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Leben auf der GM-Insel

er hochgewachsene Troll unterdrückte mühsam ein Gähnen, während er seine langen Gliedmaßen ausstreckte. Von einem kleinen Hügel oberhalb der Bucht hatte er einen guten Überblick über die Anlegestelle. Die ersten Sonnenstrahlen durchstießen gerade die Dunkelheit, und es kündigte sich bereits ein herrlicher Tag an. Er schaute hinüber zum Horizont, die Augen offenhaltend nach den ersten Anzeichen des täglichen Morgenrituals. Und wie erwartet erblickte er in weiter Ferne die ersten Punkte, die langsam größer wurden, während sie sich der Insel näherten. „Hm, der Fährmann scheint heute wieder pünktlich zu sein“, bemerkte Ari, der wie aus dem Nichts direkt neben Tuskfyre aufgetaucht war und dem Troll einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte. Tuskfyre schaute auf den Gnom hinab, der durch eines seiner seltsamen Geräte dem Horizont entgegenblickte. „Er ist auf jeden Fall zuverlässiger als deine kleinen mechanischen Spielzeuge“, scherzte Tuskfyre, sichtlich gut gelaunt.

Mit lautem Knirschen legte das Boot am Pier an. Ein Seemann warf einem der Ghule ein Tau zu, worauf diese das Boot sicher an einem Poller festmachten. Noch bevor das Boot vollkommen zum Stehen gekommen war, sprang bereits eine bunt zusammengewürfelte Schar an Land, wie sie Azeroth sonst nur selten zu sehen bekam: flinke Nachtelfen, kraftstrotzende Orcs, stämmige Zwerge, stolze Menschen, plappernde Gnome und gewaltige Tauren, alle Seite an Seite.

„Nun gut, die Tagesschicht ist eingetroffen. Zeit, loszulegen.“ Tuskfyre wandte sich um und schlenderte den Hügel herab. Auf dem Weg zum Gebäude kamen ihm die Untoten der Nachtschicht entgegen, die ihrerseits auf dem Weg zu ihren düsteren Gemäuern waren, wo sie den Tag verbringen würden, bis sie des Nachts wieder auferstehen würden. Tuskfyre bahnte sich den Weg durch die Haupthalle, in der bereits reger Betrieb herrschte.

„Guuuten Mooorgen!“ ertönte die Stimme des Trolls, worauf die versammelte Mannschaft verstummte und sich ihm zuwandte. „Den Berichten zufolge gab es keine ungewöhnlichen Vorfälle. Die Untoten haben während der Nacht ihre Arbeit gut gemacht, alles läuft problemlos. Wir übernehmen jetzt. Falls Probleme auftreten, wisst ihr, was zu tun ist. Denkt daran, alle zählen auf euch. Enttäuscht sie also nicht!“ sagte er, während er die Anordnungen des Tages verteilte.

Die Männer und Frauen seines Teams machten sich auf zu ihren Arbeitsplätzen, wo sie nach kurzer Zeit damit begannen, die mysteriösen Geräte zu bedienen, die auf den Tischen aufgebaut waren. Im Vertrauen darauf, dass Ari den reibungslosen Betrieb der Geräte sichern würde, zog sich Tuskfyre in sein Arbeitszimmer zurück, wo er die Berichte der letzten Schicht durchsah: Massenschlägereien, Bagatelldiebstähle, unsanktioniertes Gnomwerfen in Donnerfels... Er verteilte einige dieser Aufgaben an sein Team und beriet sich danach mit seinen Kollegen über die wichtigsten Angelegenheiten des Tages. Als die Sonne hoch am Himmel stand, gewährte er sich eine Pause und schritt hinüber zum Fenster, von wo aus er den Hafen überblicken konnte.

Jenseits des Meeres gab es hunderttausende Abenteurer, die alle ihr Bestes taten, ihren Platz in dieser Welt zu finden. In Gedanken versunken kratzte der Troll seine Hauer. Vor langer Zeit war er einer von ihnen gewesen, ein junger Troll, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer, stets ein aufmunterndes Wort für seine Gefährten auf den Lippen und einen tödlichen Pfeil auf seinem Bogen. Wie lang war es her, seit er seinen Abenteurerhut zur Ruhe gesetzt und die Blauen Roben angelegt hatte? Tuskfyre erstaunte es immer wieder, wie schnell die Zeit auf der Insel verstrich. Jeder Tag hielt neue Herausforderungen bereit und der Troll liebte Herausforderungen. Er dachte zurück an seinen Stamm und konnte sich sein typisch schiefes trollisches Lächeln nicht verkneifen. Wenn sie ihn jetzt hier sehen könnten!

Ein Klopfen an der Tür und das Geräusch knöcherner Schritte auf dem Holzfußboden rissen Tuskfyre aus seinen Gedanken. Eryshnar, einer der wenigen Untoten der Tagesschicht, stand in der Tür und tapste unsicher von einem Fuß auf den anderen. Er war erst vor kurzem auf der Insel angekommen. „Ja, Eryshnar, was kann ich für dich tun?“

„Es ist, äh, etwas peinlich, Meister Tuskfyre,“ begann er, „Da ist eine junge Nachtelfin, eine Druidin... sie hat Probleme damit, bei dem Lehrer ihrer Klasse eine Klassenquest anzunehmen. Sie macht alles richtig und ich kann das Problem nicht finden.“ „Ah, die Neuzugänge, lernen gerade die Kniffe unserer Arbeit.“ Tuskfyre grinste. „Keine Sorge, diese Klassentrainer können machmal Links nicht von Rechts unterscheiden. Wir werden diese Druidin im Nu wieder auf dem richtigen Weg haben. Hier, lass mich dir zeigen wie das geht...“


USK